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Gedenkveranstaltungen

Veranstaltung zum Holocaust-Gedenktag am 28.1.2026 in der Aula des Gymnasium Philippinum Weilburg

Am Nachmittag des 28.01.2026 fand im Rahmen des Holocaust-Gedenktags eine Gedenkveranstaltung in der Aula des GPW statt. Organisiert wurde diese von der Projektgruppe „Jüdisches Leben Weilburg“ und anwesend waren drei Geschichtskurse der Jahrgangstufe 12. Innerhalb der gegebenen 90 Minuten sollten einerseits Informationen gegeben, aber andererseits auch Raum für neue Erkenntnisse und das stille Gedenken gelassen werden.

Nach einer Begrüßung und einem einleitenden musikalischen Beitrag auf der Bratsche, folgten mehrere informative Vorträge. Zunächst erklärte eine Schülerin der 12. Klasse die Begriffe Holocaust und Shoa und erläuterte dann die Bedeutung des Holocaust-Gedenktags. Zwei weitere Schüler knüpften daran an und informierten ihre Mitschüler über das Vernichtungslager Auschwitz und die Befreiung dessen. Nachdem diese allgemeinen Fakten vorgetragen wurden, schwenkte der Fokus auf die Lokalgeschichte. Insgesamt wurden drei Biographien Weilburger Jüdinnen und Juden vorgetragen. Dabei wurden exemplarisch die unterschiedlichen Schicksale dieser beleuchtet: die Ermordung in Auschwitz (Ludwig Stern), der Suizid vor der Deportation (Cilla Niedrée) sowie die Emigration beziehungsweise Flucht ins Ausland (Leopold Michel).

Nach diesem Einblick in das Leben betroffener jüdischer Familien, hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, dem Lokalhistoriker Herrn Joachim Warlies weiterführende Fragen zu stellen.

Nach dem gemeinsamen Teil der Gedenkveranstaltung, konnten die Schülerinnen und Schüler sich dann entscheiden, welchen Themen sie sich in einer Stationenarbeit vertieft widmen wollten. Zur Auswahl standen die Geschichte Weilburger Juden, allgemeine Informationen über den Holocaust, Publikationen zur Thematik, Informationen über Zeitzeugen des Holocausts, Antisemitismus im Kaiserreich, zur Arbeitsgruppe „Jüdisches Leben Weilburg“ selbst oder sogar das Einstudieren eines hebräischen Friedensliedes. So bot sich für alle Interessierten der passende Zugang.

Neben der Wissensvermittlung stand jedoch das Gedenken im Vordergrund. Aus diesem Grund endete die Veranstaltung mit einem Gang an die Gedenktafel für jüdische Schülerinnen und Schüler des GPW, welche sich vor dem Kunsttrakt befindet. An dieser Stelle sprach Herr Hans-Peter Schick einige Worte des Gedenkens und betonte die Bedeutung der Lehren aus der Vergangenheit für die Gegenwart sowie den hohen Stellenwert des Grundgesetzes. In stillem Gedenken aller Opfer des Holocausts wurden Kerzen entzündet, bevor die Veranstaltung mit dem Gesang des Friedensliedes „Hevenu shalom“ ihren Abschluss fand.

Die Veranstaltung zeigte, dass Erinnerung mehr ist als das Wiedergeben historischer Fakten. Sie bedeutet hinzusehen, zuzuhören und Verantwortung zu übernehmen – für Demokratie, Toleranz und Menschenwürde. Gerade lokale Biographien zeigen, dass die Geschichte nicht fern und abstrakt ist, sondern überall ihre Spuren hinterlassen hat.