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Lebensmelodien – Musik gegen Vergessen

Sonntag,14. Juni, 18 Uhr – Schlosskirche

Ein außergewöhnlicher Konzertabend erwartete die Besucherinnen und Besucher der diesjährigen Weilburger Schlosskonzerte. Mit dem Projekt „Lebensmelodien“ wurde nicht nur Musik aufgeführt, sondern zugleich ein eindrucksvoller Beitrag zur Erinnerungskultur geleistet. Gemeinsam mit den professionellen Musikerinnen und Musikern des Berliner Projekts, der Schauspielerin Martina Gedeck sowie dem Philippinum-Chor entstand ein bewegendes Programm, das Musik und historische Zeugnisse miteinander verbinden konnte.

Im Mittelpunkt standen Melodien jüdischer Musikerinnen und Musiker sowie von Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt wurden. Der Klarinettist und Projektmitgründer Nur Ben Shalom sammelt seit Jahren solche Musikstücke, die von Verfolgten, Überlebenden oder deren Familien überliefert wurden. Die Werke wurden im Konzert nicht nur gespielt, sondern auch in ihre Herkunft eingeordnet. Die Schauspielerin verlieh den Komponisten eine Stimme und ließ sie ihre Geschichten erzählen.

Auch die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Philippinum waren aktiv in das Projekt eingebunden. Gemeinsam mit dem Philippinum-Orchester und den Chören wurden am nachfolgenden Montag weitere Stücke erarbeitet und aufgeführt. Darüber hinaus organisierte der Geschichtsleistungskurs der Jahrgangsstufe 12 eine Ausstellung in der Orangerie des Weilburger Schlosses. Dort wurden ausgewählte Lebensgeschichten sowie die Hintergründe der Komponistinnen und Komponisten vorgestellt und für die Besucherinnen und Besucher anschaulich aufbereitet.

Das Projekt zeigte eindrucksvoll, wie Erinnerung lebendig gehalten werden kann. Durch die Verbindung von Musik, Geschichte und persönlichem Engagement entstand ein Abend, der weit über ein gewöhnliches Konzert hinausging und bei vielen Zuhörerinnen und Zuhörern einen nachhaltigen Eindruck hinterließ.